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Als die Sozialpartner 2002 ihre Vereinbarung zur Gründung der Initiative für Nachhaltigkeit in der deutschen Zementindustrie unterzeichneten, wagten sie sich auf gesellschaftliches Neuland. Schließlich handelte es sich bei der Vereinbarung von Zementherstellern, Gewerkschaften und Branchenverbänden zur nachhaltigen Entwicklung ihrer Industrie um die erste Branchenvereinbarung dieser Art in Deutschland.

Nachhaltigkeit sowie Ressourcen- und Energieeffizienz spielten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nur eine untergeordnete Rolle. Alle industriellen Zeichen standen auf Wachstum; Naturschutz und Globalisierungskritik steckten noch in den Kinderschuhen. Erst mit der Ölkrise und der Veröffentlichung der Studie "Grenzen des Wachstums" begann die Gesellschaft sich Anfang der 1970er Jahre mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Die deutschen Zementwerke reagierten schnell: Früh wurden Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt. Der Einsatz alternativer Brennstoffe in den Öfen der Werke wurde vom brancheneigenen Forschungsinstitut der Zementindustrie intensiv erforscht und in großen Schritten vorangetrieben. Und gemeinsam mit Naturschützern wurden Maßnahmen zum Schutz bedrohter Tierarten in den Steinbrüchen der Werke entwickelt.

Dennoch blieb Nachhaltigkeit weiterhin ein Nischenthema, bis der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen 2002 in Johannesburg das Thema einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Die Zementindustrie bekannte sich im gleichen Jahr zu ihrer Verantwortung: Auf internationaler Ebene gründete sich im World Business Council for Sustainable Development die Cement Sustainability Initiative, der sich viele große internationale Zementhersteller anschlossen. Im vom Mittelstand geprägten Deutschland legten hingegen auch kleinere Zementhersteller Wert auf eine nachhaltige Entwicklung ihrer Branche und suchten gleichzeitig den Schulterschluss mit den Gewerkschaften. Gemeinsam gründeten die Sozialpartner die Initiative, in der sie sich auch heute noch für ein ökologisches, ökonomisches und soziales Gleichgewicht einsetzen.

Die Initiative für Nachhaltigkeit in der deutschen Zementindustrie

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